Sieben Punkte für den Nationalrat. Mit klarem Standpunkt auf Seite der Arbeitnehmenden.

1 > Als Gewerkschafter und Nationalrat kämpfe ich in enger Zusammenarbeit mit den Belegschaften und den politischen Behörden für gute Löhne und faire Arbeitsbedingungen. Ich setze mich für die Erhaltung und den Ausbau des Werkplatzes Schweiz ein. Ich widersetze mich einer Politik, die sich dem Diktat der Grossbanken und des Finanzplatzes unterordnet und Chefs belohnt, die Tausende Menschen entlassen und Millionen Franken in Form von Boni einstreichen. Dies öffnet die Schere zwischen arm und reich und untergräbt unsere Demokratie.

2 > Die flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit sind eine wichtige Errungenschaft der Gewerkschaften. Sie haben sich gegen Lohndumping bislang weitgehend bewährt. Sie sind aber zu erweitern und zu verstärken, um sicherzustellen, dass die in der Schweiz geltenden Löhne und Arbeitsbedingungen nicht ausgehöhlt werden. Wo nötig, müssen wir mit Mindestlöhnen Barrieren gegen unten errichten.

3 > Die AHV ist das wichtigste Sozialwerk der Schweiz. Sie wird seit Jahren von SVP, FDP und CVP schlecht geredet. Die Zahlen zeigen ein anderes Bild. Die AHV ist gesund und garantiert vielen Menschen einen würdigen Lebensabend. Wir müssen sie schützen und stärken. Dazu haben wir das Projekt AHV plus lanciert, mit dem wir die Renten der kleinen und mittleren Einkommen gezielt unterstützen wollen.

4 > Die Arbeitslosenstatistik verschweigt die hohe Zahl derjenigen, die ausgesteuert sind. Die AVIG-Revision ist unsozial und treibt viele Menschen in die Sozialfürsorge. Die Politik muss wirksame Anreize schaffen, damit die Wirtschaft die Langzeitarbeitslosen wieder integriert. Jugendliche leiden besonders unter der Arbeitslosigkeit. Sie brauchen eine Perspektive im Beruf. Firmen, die Ausbildungsplätze anbieten, müssen gefördert werden.

5 > Steuern für Reiche senken, den Staat aushöhlen: Das Rezept der Bürgerlichen zur Wirtschaftsförderung ist falsch! Darum haben wir im Kanton Bern eine Initiative zur Abschaffung der Pauschalsteuer für superreiche Ausländer eingereicht. Wir fahren besser, wenn wir unsere Steuermittel in einen guten Service Public investieren. Ein erfolgreicher Standort braucht eine gute Infrastruktur. Dazu gehören gute Schulen, Spitäler, ÖV und Tagesstätten für Kinder.

6 > Raus aus dem Atom – hin zu einem ökosozialen Umbau der Wirtschaft. Wir brauchen dringend den Ausstieg aus der gefährlichen und teuren Atomenergie. Das wissenschaftliche und das wirtschaftliche Knowhow ist vorhanden. Nun brauchen wir politische Mehrheiten, um dies durchzusetzen. Damit schaffen wir in der Schweiz eine auf unsere langen industriellen Traditionen aufbauende ökologisch und sozial verträgliche Wirtschaft. Sie schafft Arbeitsplätze und sie schafft bleibende Werte.

7 > Die Emanzipation gibt es in der Schweiz auf dem Papier – sofern es sich dabei um keinen Arbeitsvertrag handelt. Bei gleicher Qualifikation und Erfahrung verdienen Frauen 20 Prozent weniger als Männer. Ein Skandal, dem die Politik ein Ende setzen muss. Gleichstellung am Arbeitsplatz hat aber nicht nur mit Löhnen zu tun, sondern auch mit Mutter- und Vaterschaftsurlaub, mit flexiblen Arbeitszeiten und Möglichkeiten zur familienexternen Kinderbetreuung.